| 144 Kilometer Glasfaser werden verlegt |
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16.07.2010 | Modellprojekt „Breitband“ wird zur Erfolgsgeschichte – 11 Millionen Euro werden investiert Neckar-Odenwald-Kreis. (rüb) „Fährt man im Moment durch unseren Kreis, dann hat man beinahe den Eindruck, dass das gesamte Kreisgebiet umgegraben wird“, sagte Landrat Dr. Achim Brötel. Der Grund: Zur Versorgung der bisher abgehängten Ortsteile werden derzeit 144 Kilometer Glasfasertrassen verlegt. Das vom Kreis initiierte Modellprojekt „Breitbandinfrastruktur im Neckar-Odenwald-Kreis“ sorge inzwischen landesweit und darüber hinaus für Furore. Nun biege es auf die Zielgerade ein. Kein zweiter Landkreis habe so schnell reagiert und könne eine annähernd vergleichbare Bilanz aufweisen, betonte Brötel und verwies auf die exzellente Zusammenarbeit aller Beteiligten, von Kreisverwaltungsdirektor Volker Zänger, über das Ingenieur-Büro IK-T (Regensburg), MdL Peter Hauk, die WiNO mit Geschäftsführer Johannes Biste an der Spitze, die Sparkasse Neckartal-Odenwald, bis hin zu den Bürgermeistern und Rathäusern im Kreis. Johannes Biste legte einen aktuellen Sachstandsbericht vor. Noch vor einem Jahr habe das gesamte Vorhaben auf der Kippe gestanden. Daraufhin habe der Kreis ein eigenes Förderprogramm auf die Beine gestellt, und dank der Unterstützung durch den damaligen Landesminister Hauk sei es doch noch gelungen, den Zuschlag als Modellvorhaben zu bekommen. Bei der Bedarfserhebung habe sich dann herausgestellt, dass 80 von 124 Ortsteilen unterversorgt seien. Da in zwölf Ortsteilen bereits der Anschluss ans schnelle Internet in Angriff genommen worden war, nahmen schließlich 68 Ortsteile am Modellvorhaben teil. Die Gesamtinvestitionskosten betragen 11 Millionen Euro, davon kommen 5,8 Millionen als Zuschuss vom Land – dies ist ein Viertel der gesamten Fördersumme in Baden-Württemberg. Für die Gemeindeanteile gibt es ferner noch Fördermöglichkeiten aus dem Gemeinde-Ausgleichstock. Die Ausschreibung des Netzbetriebs sei nur mit Zuschlägen der Gemeinde an die Telekom zu realisieren gewesen. Die Telekom habe ein Angebot für 60 Ortsteile vorgelegt. Der durchschnittliche Zuschlag pro Ortsteil liegt bei knapp 26 000 Euro. Diese Kosten würden jedoch mit 40 Prozent bezuschusst. Ausblickend sagte Biste, dass bis 31. Oktober die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein sollen. Danach habe die Telekom ein Jahr Zeit für die technische Umsetzung, so dass bis Ende 2011 der Startschuss erfolgen soll. Lob für das Modellprojekt und die beispielhafte Zusammenarbeit zollten die Kreisräte Dr. Norbert Rippberger und Herbert Kilian. Dass jedoch noch immer für acht Ortsteile kein Angebot vorliegt, sei ein Wermutstropfen. Roland Burger wies noch auf ein weiteres Problem hin: In einigen Gewerbegebieten gäbe es ebenfalls Versorgungslücken. Landrat Dr. Brötel sicherte zu, dass noch Gespräche geführt würden: „Ich gehe davon aus, dass wir für die fehlenden Gebiete Betreiber finden.“ RNZ, 16.07.2010 |